Behandlung

Selbstverständnis

In unserer verhaltenstherapeutisch orientierten Praxisgemeinschaft möchten wir Menschen mit psychischen Belastungen und Probleme ein möglichst umfassendes Angebot an wissenschaftlich erforschten und begründeten Behandlungsmethoden anbieten:

Verhaltenstherapeutische Standardmethoden

    • Entspannungstechniken (zur körperlichen und seelischen Entspannung bei Überforderung)
      Entspannungstechniken sind übende Verfahren zur Verringerung körperlicher und geistiger Anspannung oder Erregung. Körperliche Entspannung und das Erleben von Gelassenheit Zufriedenheit und Wohlbefinden sind eng miteinander verbunden. Mit Hilfe vorgegebener Anleitungen werden die Klienten für die Wahrnehmung körperlicher Anspannung und Entspannung sensibilisiert und ihnen Möglichkeiten zur Entspannung an die Hand gegeben.

    • Biofeedback (zur Vermittlung körperlich-seelischer Zusammenhänge)
      Biofeedback ist eine relativ neue psychologisch-medizinische Trainings- & Therapie-Methode, welche die Verbindung von Körper und Psyche "sichtbar" macht. Über Sensoren werden Körpersignale wie Durchblutung, Temperatur, Pulsfrequenz, Atmung oder Muskelspannung und auch die spezielle Aktivität des Gehirns erfasst und über einen Monitor dargestellt. Diese Körperfunktionen ändern sich durch physische, aber auch psychische Prozesse ständig, ohne dass uns dies bewusst ist. Anspannung und Entspannungsprozesse sowie die Wirkung unterschiedlicher Stressoren und Entspannungstechniken können so unmittelbar beobachtet und - noch wichtiger - durch das Training bewusst gesteuert werden.

    • Imaginationstechniken (zur Auflösung von emotionalen Blockaden)
      Imaginationstechniken nutzen die menschliche Vorstellungkraft, um bei wachem Bewusstsein (zumeist) mit geschlossenen Augen innere Bilder, Ideen oder Konzepte zu entwickeln oder sich an etwas zu erinnern, was materiell nicht vorhanden ist oder was man sich wünscht. Diese inneren Bilder ähneln Traumbildern, ihr Entstehen kann jedoch willentlich gefördert und verändert werden. Imagination(sübungen) werden oft mit Entspannungsmethoden kombiniert.

    • Training emotionaler Kompetenz (zur Förderung von Wahrnehmung und Umgang mit Gefühlen)
      Beim Training emotionaler Kompetenz wird die Fähigkeit gestärkt, konstruktiv mit Stress und belastenden Gefühlen umzugehen. Dies ist zentral für die psychische Funktionsfähigkeit und effektive Auseinandersetzung mit der Umwelt. Die Beeinträchtigung dieser Fähigkeit stellt ein bedeutsames Risiko für die Entwicklung psychischer Probleme und Störungen dar. Im Training der emotionalen Kompetenz wird einzeln oder in der Gruppe Muskel- und Atementspannung erlernt, das bewertungsfreie Wahrnehmen von Gefühlen sowie das Akzeptieren und Tolerieren geübt, Fähigkeiten zur Selbstunterstützung erarbeitet und schließlich die Analyse und Regulation von Stresssituationen erlernt.

    • Spieltraining (zur Förderung emotionaler und sozialer Empfindsamkeit und Ausdrucksfähigkeit)
      Beim Spieltraining versucht man mit Hilfe der vielfältigen Formen des Spiels Kindern dabei zu helfen, eigene Eigenschaften und Fähigkeiten zu entdecken, die Mitmenschen und die Umwelt wahrzunehmen und Verständnis für soziale Umgangsweisen aufzubauen. Während im Manipulations- und Funktionsspiel vor allem die Wahrnehmung und Feinmotorik trainiert wird, fördern Regel- und Rollenspiele emotionale und soziale Fertigkeiten, wie Frustrationstoleranz, Kompromissbereitschaft und soziale Sensibilität. Das Spiel bietet dabei die Möglichkeit, dass Kinder sich auf eine ihnen vertraute, ihrem Alter angemessene Weise ausdrücken können, auch in Situationen, in denen  ihnen zunächst die Worte fehlen.

    • Training sozialer Kompetenzen (zum Erwerb sozialer Fähigkeiten z.B. bei sozialen Ängsten)
      Beim Training sozialer Kompetenzen werden für den zwischenmenschlichen Kontakt notwendige Fähigkeiten aufgebaut. Bei eher unsicheren und ängstlichen Menschen wird gezielt selbstsicheres Auftreten vermittelt und eingeübt. Bei eher forschen und rücksichtslosen Menschen dagegen wird  Einfühlungsvermögen und Sensibilität trainiert. Neben der Vorbereitung sozialer Kontakte wird dabei das Rollenspiel eingesetzt, um reale Lebenssituationen nachzustellen. Ein Ziel ist, dass die Teilnehmer ihre sozialen Handlungskompetenzen erweitern, indem sie kritische Situationen in der simulierten Realität bereits anspielen. Des Weiteren können die Spieler sich in ihrer jeweiligen Rolle ausprobieren, versuchen sich der Rolle entsprechend zu verhalten, und lernen, andere in anderen Rollen zu akzeptieren. Ferner soll eine Kompetenz im Umgang mit entsprechenden Ernstsituationen erworben werden (z. B. Umgang mit Konflikten). Ein solches Training kann sowohl bei Kindern und Jugendlichen als auch bei Erwachsenen angewendet werden.

    • Rollenspieltechniken (zum Erwerb von sozialen Fähigkeiten z.B. bei Ängsten)
      In der Pädagogik und auch in der Psychotherapie dient das Rollenspiel als wichtige Methode, um reale Lebenssituationen zu simulieren. Ein Ziel ist, dass die Teilnehmer ihre sozialen Handlungskompetenzen erweitern, indem sie kritische Situationen in der simulierten Realität bereits anspielen. Des Weiteren können die Spieler sich in ihrer jeweiligen Rolle ausprobieren, versuchen sich der Rolle entsprechend zu verhalten, und lernen, andere in anderen Rollen zu akzeptieren. Ferner soll eine Kompetenz im Umgang mit entsprechenden Ernstsituationen erworben werden (z. B. Umgang mit Konflikten).

    • Werktherapie (zum Aufbau von Handlungsstrukturen und Selbstsicherheit)
      In der Werktherapie werden unter Nutzung der individuell vorhandenen Fertigkeiten und Begabungen  handwerkliche und kreative Techniken vermittelt und geübt. Die Kinder und Jugendlichen lernen, eigene Interessen einzubringen und zu vertreten, Ideen und Erfahrungen mitzuteilen, Entscheidungen zu fällen und Kompromisse einzugehen. Bei der gemeinsamen Planung und Aufteilung der Arbeit üben sie, Handlungspläne zu entwickeln und auszuführen, um umfangreichere Aufgaben schrittweise erledigen zu können. Bei der Ausführung erfahren sie Anerkennung für ihre Leistungen und lernen einen angemessenen Umgang mit Kritik. Das Ergebnis des handwerklichen Tuns vermittelt Freude über die neu gewonnene Leistungsfähigkeit und hilft Selbstvertrauen zu gewinnen.

    • Selbstinstruktionstechniken (zum Gestalten und Einüben von einfachen Handlungsabläufen)
      Beim Selbstinstruktionstraining wird das sogenannte 'Innere Sprechen' eingeübt, um zu einer angemessenen Selbststrukturierung zu finden, um Aufgaben und Anforderungen besser bewältigen zu können. Einsatz findet es u. a. auch bei der Behandlung von Angststörungen und bei Störungen der Aufmerksamkeit und der Selbststeuerung (ADS, ADHS).

    • Selbstmanagementtechniken (zur Planung von umfangreicheren Problemlösungsprozessen)
      In der Selbstmanagement-Therapie werden Klienten zu besserer Selbststeuerung angeleitet, um möglichst aktiv zu einer eigenständigen Problembewältigung befähigt werden, die auf externe professionelle Hilfe verzichten kann. Selbstmanagement-Fertigkeiten sind z.B. Selbstbeobachtung, Selbstinstruktionen, Zielklärung und -setzung, Selbstverstärkung, Selbstkontrolle. Selbstmanagement-Strategien können in einer Psychotherapie oder eigenständig mit Hilfe von Selbsthilfe-Manualen und Ratgeberbüchern erlernt werden. Voraussetzung dafür ist das Erkennen von Defiziten und die Bereitschaft, an sich zu arbeiten. Wichtig sind dabei ein konkretes, realistisches, vom Betroffenen selbst kontrollierbares Ziel und eine Belohnung bei Zielerreichung. Ein Management der eigenen Person beziehungsweise des eigenen Handelns unabhängig von psychischen Belastungen oder Störungen, z.B. in Form des persönlichen Zeitmanagement (Setzung von Prioritäten, Planung und effektives Handeln) in Bezug auf die persönliche Lebensplanung im Privat- und Berufsleben kann nicht primärer Inhalt in der Psychotherapie sein.
    • Verhaltensmodifikation (zum Aufbau erwünschter und zum Abbau unerwünschten Verhaltens)
      Als Verhaltensmodifikation bezeichnet man die Anwendung lerntheoretischer Erkenntnisse zur Veränderung abweichenden bzw. unerwünschten Verhaltens. Hierzu zählen zum Beispiel die Desensitivierung, Einstellungsveränderungen im Sinne von Regellernen, operantes Konditionieren, Tokenstrategien und Verhaltensformung. Störungen werden hier über Einschätzungs- und Bewertungsprozesse argumentativ und direkt übend angegangen, um den Klienten zur Neuinterpretation seiner Lebensprobleme zu veranlassen, ihn zu einer realistischen Neueinschätzung seiner Situation zu bewegen, seine Kontrollmöglichkeiten über die maßgeblichen Umweltbedingungen zu verbessern und damit zu einer Veränderung der Lage- und Selbsteinschätzung beizutragen.

    • Kognitive Techniken (zur Änderungen von Einstellungen zu bestimmten Erlebnissen)
      Bei der kognitiven Verhaltenstherapie werden Einstellungen, Gedanken, Bewertungen und Überzeugungen in den Mittelpunkt der Behandlung gestellt. Kognitionen sind gedankliche Prozesse des Wahrnehmens, Erkennens, Begreifens, Urteilens und Schließens. Die kognitiven Therapieverfahren gehen davon aus, dass die Art und Weise, wie wir denken, bestimmt, wie wir uns fühlen und verhalten und wie wir körperlich reagieren. Schwerpunkte der Therapie sind die Bewusstmachung von Kognitionen, die Überprüfung von Kognitionen und Schlussfolgerungen auf ihre Angemessenheit, die Korrektur von irrationalen Einstellungen und der Transfer der korrigierten Einstellungen ins konkrete Verhalten. Die kognitive Therapie stellt somit die aktive Gestaltung des Wahrnehmungsprozesses in den Vordergrund. Nicht die objektive Realität, sondern die subjektive Sicht der Dinge, also die Wahrnehmungsselektion und die Wahrnehmungsbewertung, sind entscheidend für das Verhalten. Affekt und Verhalten sind weitgehend von der Art bestimmt, wie der Mensch die Welt strukturiert.

    • EMDR Techniken (zur Aufarbeitung extremer Belastungssituationen)
      Eye Movement Desensitization and Reprocessing (kurz EMDR) ist eine Behandlungsmethode für Trauma-Betroffene. Dabei regt der Therapeut den Klienten nach strukturierter Vorbereitung zu bestimmten Augenbewegungen an, wodurch es möglich wird, unverarbeitete traumatische Inhalte zu verarbeiten. Trotz oberflächlicher Ähnlichkeit, etwa durch die angeleitete Augenbewegung, ist EMDR nicht mit Hypnose zu verwechseln. Es soll keine Veränderung des Bewusstseinszustandes, sondern eine Integration der mit dem Trauma verbundenen Emotionen und Empfindungen erreicht werden.


     

    Behandlungsziele

    Wir verstehen unsere Arbeit als Angebot zur Selbsthilfe. Ihr Anliegen, Ihre Ziele, Ihre Information und eine erfolgreiche Arbeit mit Ihnen stehen im Vordergrund. Durch unsere Behandlung sollen nicht nur Ihre Krankheitszeichen abnehmen, sondern soll auch Ihre Fähigkeit steigen, auf Lebensumstände und Beeinträchtigungen besser zu reagieren, mehr Vertrauen in die eigenen Möglichkeiten zu entwickeln und Ihr Leben positiver gestalten zu können.

    Psychotherapeutische Praxisgemeinschaft Hobbje & Schmees