Angststörungen (F40 - F41)Depressive Störungen (F30 - F34)Anpassungs- und Belastungsstörungen (F43.0 - F43.2)Somatoforme Störungen (F45)Psychische Probleme bei körperlichen ErkrankungenLern- und Aufmerksamkeitsstörungen (F81.0, F81.1, F81.2, F90, F90.1)Aufmerksamkeitsdefizitstörungen (F90.0, F90.1)Lese-Rechtschreib-Störung (F81.0 und F81.1)Dyskalkulie (F81.2)

Lern- und Aufmerksamkeitsstörungen (F81.0, F81.1, F81.2, F90, F90.1)

Die Lernfähigkeit eines Menschen ist abhängig von seiner Wahrnehmungs- und Auffassungsgabe, seiner grundlegenden Begabung (Intelligenz) und seinen bisherigen Lernerfahrungen, aber auch von der körperlichen Befindlichkeit (Erkrankung) und seelischen Belastung (familiäre Probleme oder Prüfungsängste) sowie von Lerneifer (Motivation) und Aufmerksamkeit (Konzentration). 

 

Mit dem Begriff Lernstörung oder Lernschwäche ist eine Entwicklungsstörung schulischer Fertigkeiten gemeint. Sie umfasst eine spezifische und deutliche Beeinträchtigung vor allem beim Erlernen des Lesens und / oder Rechtschreibens (Legasthenie) oder des Rechnens (Dyskalkulie), seltener auch des Sprechens und der Geschicklichkeit (Dyspraxie). Dabei wird von einer ausreichenden Intelligenz und Förderung sowie körperlicher und seelischer Gesundheit ausgegangen. Diese Schwächen beeinträchtigen natürlich die Schulleistungen, sodass die Betroffenen ihre Möglichkeiten nicht ausschöpfen können. Die Probleme können bis in das Erwachsenenalter anhalten.

 

Mit dem Begriff Aufmerksamkeitsstörung, auch Aufmerksamkeitsdefizit- / Hyperaktivitätsstörung (ADHS), oder Hyperkinetische Störung (HKS) wird eine bereits im Kindesalter beginnende psychische Störung bezeichnet, die sich durch Probleme mit der Aufmerksamkeit sowie Impulsivität und häufig auch einer gesteigerten oder verminderten körperlichen Aktivität auszeichnet und deren Symptome in unterschiedlicher Ausprägung bis in das Erwachsenenalter hinein fortbestehen können.

 

Diese Störungen wurde früher mit dem Begriff der Minimalen Cerebralen Dysfunktion (MCD), also einer geringfügigen Funktionsstörung des Gehirns erklärt. Heute geht man davon aus, dass sie durch verschiedene Faktoren verursacht werden. Dabei wird von einer erblichen Anlage ausgegangen, mit entsprechenden Veränderungen in der hirnorganischen Entwicklung. Daneben spielen aber Lernerfahrungen in der Familie und unter Gleichaltrigen mit entsprechenden emotionalen Belastungen sowie für den weiteren Verlauf und die individuelle Ausprägung dann psychosoziale Faktoren und Umweltbedingungen eine wichtige Rolle. Betroffene und ihre Angehörigen stehen unter einem erheblichen Druck. Versagen in Schule und Beruf und die Entwicklung weiterer psychischer Störungen sind häufig.

 

Die direkten Lernstörungen werden am besten von speziellen Lerntherapeuten behandelt, wobei die Kosten bei einer drohenden seelischen Behinderung nach § 35a von den Landkreisen übernommen werden, während für die psychischen und sozialen Folgeprobleme eine ambulante Psychotherapie sinnvoll sein kann.

Psychotherapeutische Praxisgemeinschaft Hobbje & Schmees